Obwohl die Schilddrüse zu den kleineren Organen des Körpers gehört, übernimmt sie zahlreiche wichtige Aufgaben. Sie produziert Hormone, die unter anderem den Stoffwechsel, den Energiehaushalt, das Wachstum und die geistige Leistungsfähigkeit beeinflussen. Für die Bildung dieser Hormone ist Jod unverzichtbar. Eine ausreichende Versorgung mit dem Spurenelement ist daher eine wichtige Voraussetzung für die normale Funktion der Schilddrüse.
Jodversorgung in Deutschland
Deutschland zählt aufgrund der jodarmen Böden zu den Regionen mit einer vergleichsweise niedrigen natürlichen Jodversorgung. Entsprechend enthalten viele heimische Lebensmittel nur geringe Mengen des Spurenelements. Durch die Einführung von jodiertem Speisesalz und dessen Verwendung in der Lebensmittelherstellung konnte die Versorgung in den vergangenen Jahrzehnten verbessert werden. Aktuell zeigt sich jedoch einrückläufiger Trend. Insbesondere bei Fast-Food-Produkten und vielen Bio-Lebensmitteln kommt jodiertes Salz nur selten zum Einsatz. Dadurch erreichen zahlreiche Menschen die empfohlenen Aufnahmemengen nicht. Besonders betroffen sind Schwangere, Stillende sowie Personen, die wenig Fisch oder Milchprodukte konsumieren, darunter vor allem Menschen mit veganer Ernährung.
Jodreiche Lebensmittel gezieltnutzen
Zu den wichtigsten natürlichen Jodlieferanten zählen Seefische wie Kabeljau, Seelachs oder Hering. Auch Milch und Milchprodukte tragen zur Jodversorgung bei, da das Spurenelement über das Tierfutter in die Lebensmittel gelangt. Eine einfache Möglichkeit, die tägliche Jodaufnahme zu unterstützen, ist die Verwendung von jodiertem Speisesalz im Haushalt. Darüber hinaus kann ein Blick auf die Zutatenliste von Fertigprodukten helfen, Produkte mit Jodsalz zu erkennen.
Folgen einer unzureichendenJodzufuhr
Wird über längere Zeit zu wenig Jodaufgenommen, kann sich die Schilddrüse vergrößern, um den Mangel auszugleichen. Eine solche Vergrößerung, auch Kropf genannt, kann langfristig die Hormonbildung beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind unter anderem Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder eine Gewichtszunahme.
Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist eine ausreichende Jodversorgung besonders wichtig, da sie die Entwicklung des Kindes unterstützt. Deshalb wird empfohlen, neben eine rausgewogenen Ernährung mit jodiertem Speisesalz täglich zusätzlich 100 bis 150µg Jod zuzuführen.
Nicht nur ein Mangel, sondern auch eine zu hohe Aufnahme kann problematisch sein. Vor allem bestimmte Algenprodukte können sehr große Mengen Jod enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung bewertet getrocknete Algenprodukte mit einem Jodgehalt von mehr als 20 mg/kg als gesundheitlich bedenklich und empfiehlt, auf deren Verzehr zu verzichten.

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